Die Mioda

Ruinen eines imperialen Torbogens, dahinter brennende Türme und ein gepanzerter Legionär mit schwerer Waffe

Die Mioda

Fraktionsband VIII

„Wir vergessen nichts. Das ist kein Talent. Es ist eine Last, die wir tragen, damit ihr sie nicht tragen müsst.“

Konsulin Lessa Omaru, Konsulat von Tarrow

Kodex-Eintrag

Herkunft Die Dschungelmonde des Mioda-Systems

Gestalt klein, faltige, lilafarbene Haut, große, tiefgründige Augen und Ohren

Organisation Handels-Konsulate unter dem Rat der Weisen

Rolle Händler, Mittler und Gedächtnis der Galaxis

Gabe ein Gedächtnis, das nichts verliert

Selbstbild das Wort

I. Die Hörer

Auf den Dschungelmonden des Mioda-Systems überlebt man nicht durch Stärke. Man überlebt, indem man rechtzeitig hört, was kommt.

Die Monde kreisen um einen gewaltigen Gasriesen, dessen Strahlung ihre Wälder in einem ewigen Dämmerlicht hält. Die Bäume dort wachsen höher als imperiale Türme, und durch ihre Stämme und Wurzeln fließen Ströme schwacher Energie, die das ganze Ökosystem miteinander verbinden. Wer genau genug hinhört, kann in diesen Strömungen alles erkennen, was im Wald geschieht: wo ein Raubtier jagt, wo ein Baum fällt, wo ein Sturm aufzieht.

Die Vorfahren der Mioda waren kleine, verletzliche Wesen in einer Welt voller größerer Jäger. Sie hatten keine Klauen und keine Panzerung. Sie hatten Ohren. Über Hunderttausende von Jahren wurden diese Ohren größer und feiner, bis sie nicht nur Geräusche wahrnahmen, sondern das leise Summen der Ströme in den Bäumen. Ihre Augen wurden groß, um im Dämmerlicht zu sehen. Ihre Haut wurde faltig und lilafarben, wie die Rinde der Bäume, in denen sie lebten.

Und ihr Gedächtnis wurde vollkommen. Ein Mioda, der einmal gehört hat, wie ein bestimmter Strom klingt, wenn ein Räuber naht, vergisst es nie wieder. Er gibt es an seine Kinder weiter, durch Erzählung, Wort für Wort, und seine Kinder an ihre. Die Mioda selbst sagen, sie seien nicht klug geworden, sondern aufmerksam. Und dass Aufmerksamkeit, wenn man sie lange genug übt, von Klugheit nicht mehr zu unterscheiden ist.

II. Das Gedächtnis

Ein Mioda vergisst nichts, was er bewusst gehört hat. Keinen Namen, kein Versprechen, keine Zahl, keine Kränkung. Das ist die Eigenschaft, die die Mioda zu dem gemacht hat, was sie in der Galaxis sind, und die andere Völker an ihnen am meisten beunruhigt.

Doch das Gedächtnis eines Mioda reicht weiter als sein eigenes Leben. Jedes Kind der Mioda verbringt die ersten Jahrzehnte seines Lebens damit, zuzuhören. Seine Eltern, Großeltern und Lehrer erzählen ihm, was sie gehört haben, und was deren Eltern gehört haben, und so weiter, Generation um Generation zurück. Die Mioda nennen diese Überlieferung das Erbgehör. Ein erwachsener Mioda trägt in sich nicht nur seine eigenen Erinnerungen, sondern die gesammelten Gespräche seiner ganzen Familienlinie, manche davon Tausende Jahre alt.

Deshalb sagen andere Völker, die Mioda wüssten immer mehr, als sie zugeben. Das stimmt. Ein Mioda, der einem imperialen Präfekten gegenübersitzt, erinnert sich möglicherweise an jedes Wort, das ein Vorgänger dieses Präfekten vor vierhundert Jahren zu einem Vorfahren des Mioda gesagt hat. Er wird es nicht erwähnen, solange es nicht nötig ist. Aber er wird es wissen.

Die Mioda lügen fast nie. Sie halten das Lügen für töricht, weil ein Mioda sich an jede Lüge erinnern müsste, die er je erzählt hat, und weil jeder andere Mioda sich ebenfalls daran erinnern würde. Stattdessen beherrschen sie eine Kunst, die die anderen Völker oft schwerer ertragen als eine Lüge: Sie wählen aus. Ein Mioda sagt immer die Wahrheit. Er sagt nur nicht immer alles davon.

III. Das Wort

Ein Versprechen, das vor einem Mioda gegeben wird, wird nicht vergessen. Das hat die Mioda zu den wichtigsten Mittlern der Galaxis gemacht.

In einer Zeit, in der Datenspeicher zerfallen, Archive verbrennen und ganze Sektoren in der Stille versinken, ist das Gedächtnis eines Mioda verlässlicher als jeder Vertrag aus Papier oder Stahl. Wenn zwei Völker, die einander misstrauen, eine Vereinbarung treffen wollen, rufen sie einen Mioda als Zeugen. Er hört zu. Er spricht die Vereinbarung am Ende Wort für Wort nach. Von diesem Augenblick an ist sie Teil des Erbgehörs seiner Familie und wird es bleiben, so lange es Mioda gibt.

Die Mioda nennen diese Rolle das Wort, und sie ist ihr höchstes Gut. Wer ein Versprechen bricht, das vor einem Mioda gegeben wurde, ist für alle Mioda der Galaxis ein Gebrochener, und er bleibt es, über Generationen. Die Mioda rächen sich nicht an Gebrochenen. Sie handeln nicht mehr mit ihnen, sie vermitteln nicht mehr für sie, und sie erzählen jedem, der fragt, warum. In einer Galaxis, in der viele Randenklaven ohne die Konsulate der Mioda keine Ersatzteile bekämen, ist das eine Strafe, die schwerer wiegt als jede Armee.

IV. Die Konsulate

Die Mioda haben keine Könige, keine Generäle und keine Flotten. Sie haben Handels-Konsulate: Niederlassungen auf neutralem Boden, an Handelswegen, in Grenzgebieten, manchmal in Stationen, die genau zwischen zwei verfeindeten Fronten treiben. Jedes Konsulat ist Markt, Herberge, Archiv und Verhandlungsort zugleich, und jedes wird von einem Konsul geleitet, der vom Rat der Weisen ernannt wird.

Der Rat der Weisen sitzt auf dem größten der Dschungelmonde. In ihm sitzen jene Mioda, deren Erbgehör am weitesten zurückreicht. Der Rat trifft selten Entscheidungen, und wenn er es tut, dann meist durch Schweigen: Eine Frage, auf die der Rat nicht antwortet, gilt als abgelehnt. Mioda aus anderen Konsulaten reisen manchmal Jahre, um dem Rat eine Frage zu stellen, und kehren ohne Antwort zurück, zufrieden, weil sie wissen, was die Stille bedeutet.

Der Handel der Mioda läuft in Credits, einer Verrechnungseinheit, die zwischen allen Fronten anerkannt wird, weil hinter jedem Credit das Wort eines Konsulats steht. Imperiale Ökonomen haben ausgerechnet, dass ein Großteil des Handels zwischen den Fraktionen der Galaxis durch die Bücher der Mioda läuft, ohne dass je ein Buch geschrieben wurde.

Ein Mioda reist selten allein. Er ist zu klein, um sich gegen die Gefahren der Grenzgebiete zu verteidigen, und er weiß das. Deshalb findet man Mioda fast immer in Begleitung: in Handelskarawanen, in Gesandtschaften und in den gemischten Trupps des Pakts, wo sie das Herz der Gruppe sind, das die unterschiedlichen Egos der anderen Völker zusammenhält.

V. Der Pakt

Der Pakt der Notwendigkeit ist kein Vertrag, den ein einzelnes Volk erfunden hat. Aber wenn man fragt, wer ihn möglich gemacht hat, lautet die Antwort in fast jedem Fall: ein Mioda.

Um das Jahr 14.900 A.T.C., als die Kyrrakai drei Randenklaven des Imperiums in einem einzigen Jahrzehnt niederbrannten, saßen im Konsulat von Tarrow zum ersten Mal Vertreter von vier Völkern an einem Tisch: ein imperialer Offizier der Expeditions-Korps, eine Abordnung der Khaz-Ra, eine Äthanerin aus einem der Pfad-Konvente und der Konsul des Konsulats, ein Mioda namens Omaru Fen. Die Verhandlungen dauerten einundvierzig Tage. Am Ende stand eine Vereinbarung, die so einfach war, dass sie jedes Volk unterschreiben konnte, ohne sein Gesicht zu verlieren: Solange der gemeinsame Feind steht, steht kein anderer.

Der Satz wurde nicht aufgeschrieben. Omaru Fen sprach ihn nach. Seitdem ist er Teil des Erbgehörs aller Mioda, und er ist der Kern jedes Bündnisses, das seither in den Grenzgebieten geschlossen wurde. Einzelne dieser Bündnisse, besonders die, die in Sektoren nahe der Stille geschlossen werden, nennen die Truppen an der Front Pakt der Leere. Das Prinzip dahinter heißt in den Konsulaten bis heute nur: der Satz von Tarrow.

Seitdem ist der Pakt gewachsen. Die Machina kamen hinzu, weil die Konsulate ihnen Abschriften anboten. Die Grag-Haut kamen hinzu, sehr viel später, weil ein Mioda einem Prime etwas erzählte, das dieser nicht wusste. Davon handelt die Szene am Ende dieses Eintrags.

VI. Die Mioda, die Entropie und der Äther

Die Ströme in den Wäldern der Mioda-Monde sind keine Äther-Ströme, aber sie sind ihnen verwandt, und die Mioda hören beide. Ihre Fähigkeit, die energetischen Strömungen der Natur wahrzunehmen, macht viele von ihnen zu feinfühligen Ätherwirkern, besonders auf den Pfaden, die mit Wahrnehmung, Schutz und Beeinflussung zu tun haben. Mioda-Ätherwirker greifen selten an. Sie hören zu, bevor andere es tun, und sie verändern die Stimmung eines Raumes, bevor jemand merkt, dass sie es tun.

Die Entropie hören die Mioda ebenfalls. Sie beschreiben sie als einen Ton, der in jedem Strom mitschwingt und von Jahr zu Jahr lauter wird. Auf den Dschungelmonden ist er inzwischen in jedem Baum zu hören. Die Mioda sprechen nicht viel darüber. Aber jeder Mioda, der die Monde verlässt, nimmt die Erinnerung an das Summen der gesunden Wälder mit, so wie seine Vorfahren es gehört haben, damit es nicht verloren geht, wenn die Wälder es nicht mehr können.

VII. Die anderen Völker

Das Imperium Humanis schätzt die Mioda als Händler und setzt sie oft als Mittler ein. Kaum eine Randenklave könnte ohne die Konsulate überleben, und jeder Präfekt weiß es. Die Mioda wiederum betrachten das Imperium mit einer Geduld, die an Mitleid grenzt. Kein anderes Volk vergisst so schnell, was es getan hat, und kein anderes Volk wiederholt es so zuverlässig.

Die Äthaner sind die einzigen, mit denen die Mioda echte Freundschaft verbindet. Beide Völker kennen den Wert von Wissen und Weitsicht, und die Äthaner bewundern an den Mioda eine Fähigkeit, die ihnen selbst fehlt: zuzuhören, ohne zu urteilen. Viele Äthaner, die ihre Saumwelt verlassen, reisen in Begleitung eines Mioda.

Die Grag-Haut lassen die Mioda gewähren, und das ist mehr, als die meisten Völker von ihnen bekommen. Die Mioda haben einen Weg gefunden, Respekt einzufordern, ohne zu drohen: Sie liefern, was sie versprechen, und sie verlangen nie, dass ein Rudel eine Maschine aufgibt. Ein Mioda, der seltene Ersatzteile liefert, ist für einen Prime ein Verbündeter, zumindest solange die Vorräte reichen.

Die Apex sind die einzige Macht, mit der die Mioda keine Verträge schließen können. Ein hungriger Klan hört nicht zu. Doch die Mioda waren die Ersten, die verstanden, dass ein Erwachter der Apex sehr wohl zuhört, und das Konsulat von Tarrow besitzt das ausführlichste Zeugnis über das Erwachen, das je aufgezeichnet wurde.

Die Kyrrakai meiden die Mioda instinktiv. Ihr Hass zerstört jede Ordnung, die der Handel braucht, und man kann mit jemandem, der nur von Zerstörung lebt, keinen Satz von Tarrow schließen. Die Machina Primaris tauschen regelmäßig Abschriften mit den Konsulaten, weil die Mioda ebenso wenig vergessen wie sie. Die Khaz-Ra schätzen an den Mioda, dass ihre Verträge so lange halten wie Skal-Stahl. Die Zenthari besuchen die Konsulate selten, aber wenn sie es tun, hören die Mioda ihnen zu, länger als jedem anderen. Was die Zenthari ihnen erzählen, ist das bestgehütete Erbgehör der Mioda.

VIII. Orte und Gestalten

Die Dschungelmonde. Sieben bewohnte Monde um einen Gasriesen, den die Mioda den Großen Summer nennen. Ihre Wälder sind so dicht, dass das Licht den Boden kaum erreicht, und so still, dass man das Summen der Ströme mit bloßem Ohr hört, wenn man lange genug wartet. Fremde dürfen die Monde betreten, aber nur in Begleitung eines Mioda, und nur, wenn sie versprechen, nichts zu zerstören. Das Versprechen wird nachgesprochen.

Das Konsulat von Tarrow. Eine Handelsstation in einem Asteroidenfeld des Grenzsektors, der Ort, an dem der Satz von Tarrow gesprochen wurde. Der Tisch, an dem die vier Völker saßen, steht bis heute in der großen Halle. An ihm wird nicht gegessen, nicht gehandelt und nicht verhandelt. An ihm wird nur geschworen.

Omaru Fen. Der Konsul, der den Satz von Tarrow nachsprach. Er starb vor über dreihundert Jahren. Jeder Mioda, der ihn im Erbgehör trägt, kann seine Stimme so wiedergeben, wie sie an jenem Tag klang.

Konsulin Lessa Omaru. Eine Nachfahrin von Omaru Fen und heutige Konsulin von Tarrow. Sie gilt als die geschickteste Mittlerin der Grenzgebiete. Sie hat die Grag-Haut in den Pakt geholt, und sie hat das Zeugnis der Erwachten Neun aufgenommen. Sie sagt von sich selbst, sie habe in ihrem Leben noch nie etwas Kluges gesagt. Sie habe nur zum richtigen Zeitpunkt wiederholt, was andere gesagt hatten.

Tiwe. Eine junge Mioda, die seit einigen Jahren mit einem gemischten Trupp reist, zusammen mit einem Grag-Haut namens Marz, einem Machina namens Elf Sekunden und einem imperialen Legionär. Sie ist dafür bekannt, die Fragen zu stellen, die sonst niemand stellt.

IX. Was Dux sagte

Eine Szene aus dem Konsulat von Tarrow, 15.236 A.T.C.

Der Tisch war zu hoch für Lessa Omaru. Er war für Menschen und Khaz-Ra gebaut worden, und sie saß auf einem Kissen, das ihr bis zur Brust reichte, damit sie darüber hinwegsehen konnte. Es störte sie nicht. Von hier aus sah sie beide Gesichter.

Auf der einen Seite saß General Clavius Agrippa, in voller Rüstung, den Helm neben sich. Auf der anderen Seite saß Dorrin Halt, Prime des größten Rudels im Grenzsektor, ohne Rüstung, mit einem Werkzeuggürtel, auf dem jede Klinge Kerben trug. Zwischen ihnen lag nichts als der Tisch und elfhundert Jahre Feindschaft.

Die Kyrrakai standen zwei Systeme entfernt. Agrippa brauchte eine Werft. Halt hatte eine. Es war alles sehr einfach, und seit zwei Tagen kamen sie keinen Schritt weiter.

„Das Imperium bietet Ihnen Rohstoffe“, sagte Agrippa. „Skal-Stahl aus unseren Lieferungen. Energiezellen. Medizinische Versorgung für Ihr Rudel.“

„Das Imperium bietet viel“, sagte Halt. „Das Imperium hat Kessel auch Luft geboten. Vierzig Jahre lang.“

„Ich bin nicht Severin Dux.“

„Nein. Ihr seid nie Severin Dux. Ihr habt nur alle seine Akten.“

Lessa Omaru hörte zu. Sie hatte in den zwei Tagen kaum etwas gesagt. Sie hatte die Atemzüge des Generals gezählt, wenn der Name Kessel fiel, und die Pausen des Prime, bevor er antwortete. Sie hatte gehört, was beide nicht sagten. Und sie wusste jetzt, woran es hing.

„General“, sagte sie. „Darf ich Ihnen etwas erzählen?“

Agrippa sah sie an, überrascht, als hätte er vergessen, dass sie sprechen konnte.

„Bitte.“

„Im Jahr 14.106 A.T.C. hatte unser Volk ein Konsulat im Grag-System. Klein. Drei Händler. Einer von ihnen hieß Pell, und er war mein Vorfahr in der elften Linie.“ Sie machte eine Pause. „Pell saß im Verwaltungsturm von Kessel, als Severin Dux die Abschaltung anordnete. Er wollte Ersatzteile verkaufen. Er hörte alles.“

Der Prime hatte sich nicht bewegt. Aber Lessa hörte, dass sein Atem stockte.

„Darf ich wiedergeben, was Dux sagte?“

Agrippa schwieg lange. Dann nickte er.

Lessa Omaru schloss die Augen. Als sie wieder sprach, war ihre Stimme anders. Tiefer, kälter, mit dem leisen, gleichgültigen Tonfall eines Mannes, der eine Zahl in eine Tabelle einträgt.

„Option drei. Deaktivieren Sie das Relais um sechzehn Uhr Ortszeit. Nein, keine Durchsage. Eine Durchsage erzeugt Unruhe, und Unruhe erzeugt Kosten. Die Personalakten werden geschlossen. Vermerk: nicht rückführbar. Und Präfekt-Adjutant, ich möchte, dass das Shuttle um fünfzehn Uhr dreißig abhebt. Ich habe keine Lust, die Gesichter zu sehen.“

Sie öffnete die Augen. Ihre Stimme war wieder ihre eigene.

„Das ist alles. Pell flog mit demselben Shuttle. Er hat sich das sein Leben lang nicht verziehen. Er hat es seinen Kindern erzählt, damit sie es sich auch nicht verzeihen. Wir tragen es seitdem.“

Niemand sagte etwas. Der General starrte auf den Tisch. Der Prime starrte auf den General.

Dann tat Clavius Agrippa etwas, das in keinem Protokoll des Imperiums vorgesehen war. Er stand auf, nahm seinen Helm vom Tisch und legte ihn vor Dorrin Halt.

„Ich kann keine Akten ändern“, sagte er. „Ich kann nur das hier tun. Ihre Werft repariert unsere Schiffe. Unsere Schiffe schützen Ihre Werft. Und jedes Schiff, das bei Ihnen war, trägt Ihr Zeichen. Ich werde keinem Präfekten erlauben, es wegzuschleifen.“

Halt sah lange auf den Helm. Dann nahm er ein Werkzeug von seinem Gürtel und schlug eine kleine Kerbe in den Rand.

„Das ist der Anfang“, sagte er. „Nicht das Ende.“

„Ich habe es gehört“, sagte Lessa Omaru, und sie sprach beide Sätze nach, Wort für Wort, damit niemand sie je wieder vergessen konnte.

Für Spielleiter und Spieler

  • Ein Mioda erinnert sich an alles, was am Tisch gesagt wurde. Lass den Spieler eines Mioda-Charakters ab und zu ein Zitat aus einer früheren Sitzung zurückholen, wörtlich, zum richtigen Zeitpunkt. Es gibt kaum ein besseres Rollenspielwerkzeug.
  • Das Erbgehör als Hintergrund: Was hat ein Vorfahr deines Mioda gehört, das heute noch zählt? Eine einzige solche Erinnerung kann eine ganze Kampagne tragen.
  • Gebrochene: Ein Nichtspielercharakter, der einst ein Wort vor einem Mioda gebrochen hat, ist ein starker Gegner oder ein schwieriger Verbündeter.
  • Auswählen statt lügen: Ein Mioda sagt die Wahrheit, aber nicht immer alles. Das gibt Spielern viel Raum für Intrigen, ohne den Charakter zu brechen.